Von Gründung der Wehr bis zu den dunklen Jahren des 1. Weltkrieges

Im Jahre 1883 erkannten die Bürger des damals zu der preußischen Provinz Schleswig-Holstein gehörenden Dorfes Schiffbek, das sich unkontrolliertes Feuer, durch die stets dichter werdende Besiedelung, immer mehr zur Bedrohung der Bevölkerung und deren Umwelt entwickelte. So wurde nach dem Gründungsprotokoll vom 10. November 1883 bereits am 08. November bei einem ersten Treffen der an der Gründung der Feuerwehr Interessierten Bürger die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Schiffbek beschlossen. Das benötigte Spritzenhaus wurde am Geesthang eingerichtet. Zum ersten Hauptmann wurde der Landwirt Fritz Westphalen gewählt.

Ausgerüstet mit einer von Pferden gezogenen Handpumpe mussten die damaligen Kameraden bereits im Gründungsjahr bei der Bekämpfung von drei Großfeuern in Harvighorst, Boberg und in den „Oher Tannen“ ihren Mut und ihr Können unter Beweis stellen. Was sicherlich eine große Herausforderung war, zumal die Kameraden zu Fuß zum Einsatzort eilen mussten. In den Folgejahren wurde ein Mannschaftstransportwagen in Auftrag gegeben, der am 15. Dezember 1889 in den Dienst gestellt wurde.

Die Alarmierung wurde damals, bis zum Jahre 1909, über Nachtwächter sichergestellt. Da man diese Lösung als sehr Zeitaufwendig empfand, wurden zwei sogenannte Hornisten aus dem Kreis der Feuerwehr gewählt, die nun für die schnellere Alarmierung per Signalhorn zuständig waren.

E. Ludwig (FF Schiffbek) als Hornist 1899

Aber auch hier kam es mal zu Verzögerungen, als ein Hornist nicht daran gedacht hatte seinen „Priem“ (Kautabak) auszuspucken, sodass sein Horn verstopfte und er daraufhin jeden einzelnen Kameraden wecken und alarmieren musste.

Zu dieser Zeit hatte die Wehr bereits einen neuen Hauptmann, den Gastwirt Emil Vocke, der die Wehr insgesamt fast 20 Jahre leitete, bis er aus Altersgründen auschied. Zu seinem Nachfolger wurde am 06. Juli 1906 Heinrich Schröder ernannt.

Im Jahr 1908 hatte bereits das Alter seiner Spuren an der Spritze hinterlassen. Die mittleweile aufgetretenden technischen Mängel des Gerätes zeigte auch eine Übung im Februar 1908 den Verantwortlichen in der Verwaltung. Danach wurde der Wehr durch die Gemeinde Schiffbek eine Handdruckspritze und ein Schlauchwagen bewilligt.

Im Jahr 1910 verbesserte sich die Ausrüstung der Wehr deutlich. Alle Feuerwehrleute erhielten Hanfgurte (Vorläufer des heutigen Feuerwehrsicherheitsgurtes), Beile sowie Signalpfeifen, die durch festgelegte Tonfolgen der Verständigung über große Distanzen oder unübersichtlichen Einsatzstellen dienten. Desweiteren beantragte die FF Schiffbek von der Brandkasse Schleswig Holstein die Bereitststellung von 400m B-Schlauch.

Auch zur danaligen Zeit hatte die FF Schiffbek schon alle Hände voll zu tun. So brannte im Jahr 1911 das Wohnhaus der der Familie Brinkmann oder im Jahr 1914 der nach einer Brandstiftung der Hof des Landwirtes Westphalen nieder. Bei diesem Einsatz wurde die FF Schiffbek durch eine Dampfspritze der der Hamburger Berufsfeuerwehr unterstützt. Gegenseitige Löschhilfe benachbarter Feuerwehren bei größeren Einsätzen waren auch damailg schon selbstverständlich.

1914 - Die Mannschaft der FF Schiffbek in ihrem Mannschaftstranspotwagen

Somit wurde die FF Schiffbek im Jahr 1912 beispielsweise von der Jute-Feuerwehr unterstützt, der Werkfeuerwehr der großen Jutefabrik an der Bille. Bei den zum Teil verheerenden Bränden der letzten Jahre musste das benötigte Löschwasser meist aus der mehr oder weniger weit entfernten Bille gefördert werden, da es noch kein Hydrantensystem in Schiffbek gab. Im April 1913 wurde ein solches Hydrantensystem fertiggestellt und in Gegenwart eines Vertreters der Berufsfeuerwehr Hamburg an die FF Schiffbek übergeben.

Der beginnende 1. Weltkrieg ging nicht spurlos an der Freiwilligen Feuerwehr Schiffbek vorbei. Als erster wurde der Hauptmann Emil Ludwig eingezogen, genauso wie sein Stellvertreter Jürgensen. Für die Kriegsjahre übernahm der Ehrenhauotmann Schröder kommissarisch die Leitung der Wehr. Nicht nur zahlreiche Brände mussten in dieser Zeit mit stark der verringerten Mannschaft bekämpft werden, sondern kehrten leider auch nicht alle Kameraden aus dem Felde zurück.

We are using cookies to provide statistics that help us give you the best experience of our site. You can find out more or switch them off if you prefer. However, by continuing to use the site without changing settings, you are agreeing to our use of cookies.