Die Wehr in den Zeiten des Wiederaufbaus und Wirtschaftswunders

Nach der Kapitulation 1945 wurde die FF Billstedt unter der Führung von Max Lubka wieder neu aufgebaut. Sie gehörte nun zum Feuerwehrbereich 8 (Ost) mit Herbert Wünsch als Bereichsführer. In den ersten Jahren nach dem Krieg erfreute sich die Wehr eines regen Mitgliederzustroms.

Anfang der 50er - Die FF Billstedt angetreten vor ihrem Feuerwehrhaus am Geesthang

In den Jahren 1945 bis 1959 wurde die FF Billstedt auch wieder insgesamt zu 22 Einsätzen alarmiert, die sich zusammensetzten aus 9 Großfeuer, 8 Kleinfeuer, 2 Verkehrsunfälle, 2 Wasserschäden und 1 Sturmschaden. Einige davon sind nachfolgend aufgeführt:

  • Feuer in Boberg Brennt Bauernscheune
  • Feuer in Billbrook
  • Brennt Zinkweiss bei der Fa. Lohss & Co.
  • Feuer in Billbrook
  • Brennt Schliemanns Ölwerk
  • Feuer in Billbrook Brennt Lagerschuppen von Korkstein
  • Feuer in Billstedt Brennt Dachstuhl in der Horner Landstraße 388
  • Feuer in Billstedt Brennt Schweinemästerei in der Horner Landstraße
  • Feuer in Billstedt Brennt Lagerhalle der Papierverwertung Teichert
  • Feuer in Billstedt Brennt Gemeindemüllplatz
  • Technische Hilfe in Billstedt
  • PKW Unfall, Person eingeklemmt vor dem Hein-Klink-Stadion
  • Technische Hilfe in Billstedt Entgleiste Straßenbahn in der Hamburger Straße (heute Billstedter Hauptstraße)

Im Jahre 1958 konnte die FF Billstedt ihr 75 jähriges Jubiläum feiern.

Die Wehr bei ihrer Feier zum 75 jährigen Bestehen im Jahr 1958

Leider schwächte im Laufe der 50er Jahre die Mitgliederzahl mit dem zunehmenden Wohlstand der Bundesrepublik stetig ab und das Interesse an einer ehrenamtlichen Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr nahm leider nicht zu.

Am 08.10.1958 kam die Wehr zu einer Genralversammlung zusammen, an der auch Bereichsführer Herbert Wünsch teilnahm.

Wehrführer Max Lubka eröffnete die Sitzung und stellte im Laufe des Abends fest, dass trotz einer 75 jährigen ruhmreichen Vergangenheit das Interesse an einer Freiwilligen Feuerwehr abnehme. Ein weiterer Grund für diese Entwicklung waren auch die schlechten Wohnverhältnisse der Kameraden, relativ weit entfernt vom Gerätehaus.

Man entschloß daraufhin die Wehr aufzulösen, was zum 31. März 1959 erfolgte. Die noch in der Wehr befindlichen Kameraden wurden in die Ehrenabteilung der FF Öjendorf überführt.

Nach 1958 war es von den Einsatzzahlen her nicht ruhiger als die Zeit zuvor, doch bemerkte der Bürger die Tatsache nicht das es keine Freiwillige Feuerwehr in Billstedt mehr gab, da seit 1956 eine zuständige Wache der Berufsfeuerwehr für den Stadteil Billstedt, die Feuerwache Billbrook (heute Feuer- und Rettungswache Billstedt) existierte.

Als eine der größten Katastrophen der Zeitgeschichte der Freien- und Hansestadt Hamburg wird die große Sturmflut von Hamburg aus dem Jahr 1962 wohl immer in Erinnerung bleiben. Diese Katastrophe kostete 315 Menschenleben, tausende von Bürgern verloren ihr Haus und Hof.

Im Anschluß an die große Sturmflut von 1962 nahm die Bereitschaft der Bürger, sich wieder ehrenamtlich in Zivil- und Katstrophenschutz, wie auch Hilfsorganisation zu engagieren, deutlich zu. Weil man aus den Erfahrungen der großen Sturmflut gelernt hatte, und vor dem Hintergrund dass jederzeit neue Gefahren von Großschadensereignissen bestand, erkannt man in der Innenbehörde, dass es zwingend notwendig ist, in einer Großstadt wie Hamburg in kürzester Zeit auf gut ausgebildete Mannschaften zurückgreifen zu können. Die Freiwilligen Feuerwehren waren von je her solche ehrenamtlichen Kräfte.

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