Die Jahre der Neuorganisation im Katastrophenschutz

Am 22. Oktober 1972 wurden zeitgleich 26 Freiwillige Feuerwehren gegründet bzw. aufgelassene wieder reaktiviert. So auch die FF Billstedt. Als Fahrzeuge wurden der Wehr ein Tanklöschfahrzeug TLF 8 und ein Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS zur Verfügung gestellt.

LF 16 TS (LSHD / Bund) auf Magirus Mercur 125 A der FF Billstedt

TLF 8 (LSHD / Bund) Mercedes Unimog S 404.01 Aufbau Voll / Würzburg

Ihre ersten Mitglieder wurden aus den zusammengestrichenen Einheiten des zivilen Bevökerungsschutzes rekrutiert, die bisher auch schon an der neuen Unterkunft der FF Billstedt, der ehemaligen zentralen Unterkunft des zivilen Bevökerungsschutzes am Steinhauer Damm, ihrer ehrenamtlichen Verpflichtung nachkamen. Der bis dahin als Zugführer des ZB eingesetzte Heinz Maak wurde zum ersten Wehrführer der FF Billstedt gewählt. Das alte Feuerwehrhaus am Geesthang wurde zwischenzeitlich abgerissen.

Die Wehr war zu dieser Zeit als Katstrophenschutzwehr eingesetzt. Das bedeutete, dass sie in ihrem Ausrückebereich erst bei Schadensereignissen ab der 3. Alarmfolge, wo mind. 3 Züge der Berufsfeuerwehr im Einsatz sind, alarmiert wurde. Auch organisatorisch hatte sich einiges geändert. Die Wehr gehörte nicht mehr zur Branddirektion Ost, sondern zur BD West, zum neuen Bereich Mitte, der ausschließlich aus Wehren in der 3. Alarmfolge bestand. In diesem Zusammenhang hatte Heinz Maak auch nur eine sehr kurze Zeit als Wehrführer absolviert, da er schnell zum Bereichsführer Mitte gewählt wurde. Sein Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Rudi Höwner.

Bedingt durch die 3. Alarmfolge hatten die Kameraden nur selten Gelegenheit, ihre ihre in der Ausbildung erworbenen Fähigkeiten in der Praxis zu erproben. In enger Zusammenarbeit mit der Feuerwache Billbrook konnte die Wehr einmal monatlich zusammen mit den Berufsfeuerwehrkollegen 12 Stunden Dienst absolvieren und gemeinsame Einsätze im Brandschutz, technische Hilfe und Rettungsdienst abarbeiten. Zwischenzeitlich (1975) wurde der Fuhrpark durch einen Funkkommandowagen, sowie einem Stromaggregat als Anhänger ergänzt.

Funkkommandowagen der FF Billstedt - Typ DKW Munga der Auto Union (Audi)

Im Jahr 1975 wurde die Wehr erstmals nach dem Krieg wieder außerhalb Hamburgs eingesetzt. Beim brand der Lüneburger Heide waren Billstedter Feuerwehrleute mehrere Tage im Einsatz. Dabei wären sie fast um Haaresbreite von den Flammen eingeschlossen wurden. Kurz danach brach der Elbe-Seitenkanal. Wieder rückte die FF Billstedt an.

Mitte der Siebziger Jahre wurde die Unterkunft gemeinsam mit 4 weiteren Freiwilligen Feuerwehren in eine alte Auktionshalle auf dem Hamburger Gemüsegroßmarkt verlegt. In viel Eigenleistung entstanden hier quasi aus dem Nichts fünf ansehnliche Fahrzeug- und Manschaftsunterkünfte. An der Situation, dass die Kameraden bei einer Alarmierung möglicher Weise zunächst am Einsatzort vorbeifahren, 10 Kilometer zum Feuerwehrhaus um dann 10 Kilometer zum Einsatzort zurück zu fahren, änderte diese Unterkunft nichts.

Seit 1974 stiegen die Einsatzzahlen der Wehr deutlich an, was natürlich mit dem Dienst an der Berufsfeuerwehrwache zusammenhing. Einen besonderen Einsatz hatte die Wehr 1979 als sie während der Schneekatastrophe diverse einsturzgefährdete Dächer von den Schneemassen befreien mußte.

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