Im Winter 1989 fegten verheerende Stürme über Hamburg hinweg. 50 mal rückte die FF Billstedt in 4 Wochen aus. Allein in der Nacht vom 25.01.1990 23:30 Uhr bis 26.01.1990 06:15 Uhr wurden von der Wehr 17 Einsätze abegarbeitet. Besonders erwähnt werden soll ein Einsatz in der Ihlestraße sein, wo sich ein 80m² großes Stück Teerpappe von einem Dach löste, über die Straße flog und mehere Autos unter sich begrub. Diese wurden schwer beschädigt, Verletzte gab es glücklicherweise keine. Bereits um 09:15 Uhr wurde die Wehr zu weiteren 13 Einsätzen gerufen. Genau einen Monat später fegte wieder ein schwerer Sturm über Hamburg. Es wurden seit der Mittagszeit in 9 Stunden 21 wetterbedingte Einsätze gefahren.

Im Sommer 1990 brannte es in der Autoteile-Handlung Matthies in Hammerbrook. Zum bis dahin größten Feuer der Hamburger Nachkriegsgeschichte wurde die FF Billstedt als erste Freiw. Feuerwehr alarmiert. Gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr kämpfte man fast 6 Std. gegen die Flammen. Am frühen Morgen des darauffolgenden Tages war das Feuer unter Kontrolle.

Der Rückzug des Bundes aus dem Katastrophenschutz und die somit immer geringer werdenden Haushaltsmittel, zwangen die Innenbehörde die Belange der Freiwilligen Feuerwehren neu zu ordnen.

Im Zuge dieser Neuordnung im Sommer 1992 wurden auch die Namensgebung der Wehren und der Stadtteile in der diese ausrücken überprüft, da hier ein Bezug entstehen sollte.

Die Folge für die FF Billstedt, ehemalige FF Schiffbek, war die Umbennenung in FF Billstedt-Horn, da der Ausrückbereich der Wehr weite Teile des Stadtteils Billstedt und den Stadteil Horn mit einschließt.

Mit der Umbennenung der Wehr ging auch die Auflösung des Bereiches Mitte einher. Die FF Billstedt-Horn wurde jetzt wieder, wie bereits gleich nach dem 2.Weltkrieg, dem Bereich Bergedorf zugeordnet. Die Organisationsnummer der Wehr, die bei Hamburger Feuerwehren traditionell auf dem Helm steht, änderte sich von -F-1913- zu -F-2948-.

Die Neuordnung eröffnete aber auch noch zusätzliche Möglichkeiten. So hatten alle Katastrophenschutzwehren (sog. 3. Alarm-Wehren) die Möglichkeit, wenn sie zur Anmietung durch die Stadt geeignete Diensträume und Fahrzeugunterkünfte im Ausrückebereich zu finden, kommunalisiert zu werden.

Eine fieberhafte Suche der FF Billstedt-Horn nach einem eigenen Feuerwehrhaus im eigenen Ausrückebereich begann. Zahlreiche Briefe und Anfragen an Unternehmen in Billstedt und Horn wurden geschrieben und um die Angabe von entsprechenden Immobilien gebeten - leider vorerst ohne Erfolg.

Dennoch war es der Wehr sehr wichtig einen engeren Bezug mit dem eigenen Ausrückebereich zu bekommen. Die Führungsgruppe der Wehr sah in der Gründung einer Jugendfeuerwehr eine gute Möglichkeit dafür. Im Juni 1992 war es dann soweit. Unter der Leitung der FF Billstedt-Horn wurde eine gemeinsame Jugendfeuerwehr im Ausrückbereich der Wehren Billstedt-Horn, Öjendorf und Kirchsteinbek gegründet. Die Dienste wurden vorerst in den Räumlichkeiten der FF Öjendorf abgeleistet, da es den Jugendlichen nicht zumutbar war, zum öffentlichen wöchentlichen Dienst zum Großmarkt zu kommen. Seit je her leistet Jugendfeuerwehr einen wichtigen Beitrgag in der Jugendarbeit der Stadtteile Billstedt und Horn, sowie in der Nachwuchsförderung der Wehr.

1992 - Gründungsfeier der Jugendfeuerwehr Billstedt-Horn - Hier gemeinsam mit der späteren JF Öjendorf

Im September 1992 schied aus der aktiven Abteilung der Wehr Wehrführer Rudi Höwner mit erreichen der Altersgrenze von 60 Jahren nach 2 Jahren als stellv. Wehrführer und 18 Jahren als Wehrführer aus und trat in die Ehrenabteilung über.

Er ging in seinen Dienstjahren für die Feuerwehr auf und stand jederzeit der Wehr vorbildlich zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Wehrführervertreter Jörg Plagens gewählt. Neuer Wehrführervertreter wurde Jörn Grage.

Die frisch ernannte Wehrführung sah es als ihre vordringlichste Aufgabe an, für die Wehr ein geeignetes Feuerwehrhaus im Ausrückebereich zu finden und die Wehr in die Kommunalisierung zu führen. Die Suche nach einer entsprechenden Immobilie wurde wieder aufgenommen. Im Dezember hatte man am Bergmannring 4 in Hamburg-Horn, an der Stadteilgrenze zu Billstedt, Erfolg. Das Feuerwehrhaus wurde durch die Innenbehörde unverzüglich angemietet.  Es folgten Monate an intensiver Renovierungsarbeit in Eigenregie.

In kürzester Zeit wurde aus dem ehemaligen Einfamilienhaus und der Fahrzeughalle einer Spedition ein Feuerwehrhaus, dass bestens für den Dienstbetrieb einer modernen Großstadtfeuerwehr geeignet war. Im Mai 1993 konnte das Feuerwehraus dann offiziell eingeweiht werden.

Die Einsatzabteilung im Jahre 1993 im neuen Feuerwehrhaus im Bergmannring

Parallel hierzu stellte die Wehr den Antrag auf Kommunalisierung und intgration in die 1. Alarmfolge. Im November 1993, nach ablegen einer Leitungsbewertung vor der zuständigen Branddirektion Ost, stattgegeben. Mit der Übernahme in die erste Alarmfolge stiegen auch die Einsatzzahlen deutlich an. Bereits im ersten Jahr 1994 absolvierte die Wehr 140 Einsätze. Sie belegten, dass eine Freiw. Feuerwehr  in Billstedt und Horn dringend notwendig war. Dies war ein entscheidender Beitrag zu Sicherheit der hamburger Bürger in den Stadteilen Billstedt und Horn.

We are using cookies to provide statistics that help us give you the best experience of our site. You can find out more or switch them off if you prefer. However, by continuing to use the site without changing settings, you are agreeing to our use of cookies.