Als bedeutende Entwicklung in der FF Billstedt-Horn und in der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg als ganzes ist sicherlich die auslieferung des Prototypen des ersten Löschgruppenfahrzeuges der neuen Genereation LF 16/12 im Januar 1995 an die Wehr zu nennen. Im Gegensatz zu den bisherigen Fahrzeugtypen der Freiw. Feuerwehren war dieses Fahrzeug ein Quantensprung. Somit gehörte u.a. hydraulisches Rettungsgerät, ein 1600L Löschwassertank, Stromerzeuger mit Lichtmast und pneumatische Hebkissen mit zu der Ausstattung. Die FF Billstedt-Horn testete dieses Fahrzeug über einen Zeitraum von 12 Monaten. Viele Verbesserungsvorschläge der Testphase bei der FF Billstedt-Horn flossen in die nachfolgend beschafften Fahrzeuge gleichen Typs ein. Insgesamt war dieses das erste Fahrzeug von einer Beschaffung von insg. 83 LF 16/12. Das letzte Fahrzeug dieser Baureihe wurde 2005 an die FF Berliner-Tor ausgeliefert.

Der Prototyp vom Hamburger LF 16/12 auf MB 1224 AF der FF Bilstedt-Horn, Baujahr 1994

Gut gerüstet ging es somit in die nächsten Jahre. Die Einsatzzahlen der Wehr stiegen stetig an. 1995 wurden insgesamt 170 Einsätze durch die FF Billstedt-Horn gefahren. Das Aufgabenspektrum reichte hierbei durch die gesamte Bandbreite der mölichen Feuerwehreinsätze einer Großstadtfeuerwehr. Seit dem gehören u.a. Kleinbrände wie z.B. Müllcontainerbrände und brennende PKW´s, wetterbedingte Einsätze, Wohnungsbrände, Großbrände, personen in suizidalen Absichten und schwere Verkehrsunfälle zu den alltäglichen Einsätzen der Wehr.

Zwischenzeitlich (1997) wurde das mittlerweile in die Jahre gekommene LF 16-TS ebenfalls gegen ein vom Einsatzwert her besser ausgestattes, gebrauchtes Löschgruppenfahrzeug LF 16-HANSA (= Hamburgs Automatikgetriebener normgerechter Standardlöschzug der Achtziger Jahre) ausgetauscht. Somit standen der Wehr zwei moderne Löschfahrzeuge zur Bewältigung der Einsätze in den nächsten Jahren zur Verfügung.

1997 - LF 16 - HANSA auf Mercedes-Benz 1222 AF der FF Billstedt-Horn

In den Jahren 1999 bis 2009 waren über 200 Alarmierungen pro Jahr keine Seltenheit. In den Jahren 2001/2002 stiegen die Einsatzzahlen auf über 300. Die Notwendigkeit einer leistungsstarken Freiwilligen Feuerwehr in den Stadtteilen Billstedt und Horn spiegelte sich hier wieder. Die FF Billstedt-Horn war damit einer der einsatzreichsten Wehren im Hamburger Stadtgebiet.

Am 29.August 2000 kam es im Graßmannweg in Hamburg-Horn zu einem Großbrand in einem Hochhaus. Bei Dacharbeiten entzündete sich die Dachfläche. Die Feuerwehr gab 4.Alarm. Über 100 Mietpateien mußten evakuiert werden, die Brandbekämpfung zog sich über fast 12 Std. hin. Viele Quadratkilometer Dachfläche mußten von der Feuerwehr aufgenommen werden um an die Brandnester zu kommen. Leider war nach dem Brand das komplette Haus unbewohnbar. Erst Monate später konnten die Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren.

© Jürgen Hartmann | Die komplette Dachfläche des Hochhauses Graßmannweg brennt

© Jürgen Hartmann (ZZ) | Die komplette Dachfläche des Hochhauses Graßmannweg brennt

Der notwendige Mordernisierunsprozess der Furhparks der Hamburger Freiw. Feuerwehren schritt stetig voran. So kam es auch, dass im Jahr 2000 die FF Billstedt-Horn auch auf den 2. Stellplatz ein neues Löschfahrzeug erhielt.   Der Prototyp einer neuen Generation an ergänzenden Löschgruppenfahrzeugen vom Typ LF 16 KatS wurde an die Wehr ausgeliefert und getestet. Das alte LF 16-HANSA wurde eingezogen. Der Wehr stand somit der modernste Fuhrpark einer Freiw. Feuerwehr zur Verfügung.

Im Jahr 2000 wurde dieses LF 16/KatS als Neufahrzeug und Prototyp einer ganzen Baureihe in den Einsatzdienst der FF Billstedt-Horn gestellt

Am 19.03.2001 um 11:01 Uhr entzündete sich, bei Vorbereitungen zum Abbruch des ehemaligen Kühlhaus Hammerbrookstrasse 95 die Wandisolierung. ( Kork mit Öl und Teer Wasserdicht gemacht ). Dieser Einsatz entwicklete sich zu einem der längsten der Geschichte der Feuerwehr Hamburg.  Die Löscharbeiten wurden wegen der enormen Hitze und Rauchentwicklung behindert. Ständig kam es zu Durchzündungen und der Brand kroch durch die Wände in die oberen Etagen und breitete sich auf das gesamte Gebäude aus. Die Feuerwehr erhöhte auf die 4. Alarmstufe, das endgültige "Feuer aus" konnte erst anch 3 Tagen gegeben werden. Die FF Billstedt-Horn war an dieser Einsatzstelle an zwei Tagen eingesetzt. Nach der ersten Nacht im Einsatz am Tag des Brandausbruchs, folgten nach kurzer Ruhepause von 6 Stunden eine weitere Alarmierung mit mehrstündigen Löscharbeiten.

© FF Billstedt-Horn | Das Kühlhaus in der Hammerbrookstraße stellt die Einsatzkräfte vor besonderen Herausforderungen. Der Brand kann erst nach 72 Stunden gelöscht werden.

© FF Billstedt-Horn | Das Kühlhaus in der Hammerbrookstraße stellt die Einsatzkräfte vor besonderen Herausforderungen. Der Brand kann erst nach 72 Stunden gelöscht werden.

Am Donnerstag, den 28. März 2002 riefen Handwerker die Feuerwehr um Hilfe. Bei Dacharbeiten auf dem Dach des Ortsamtes Billstedt, direkt am Billstedter Marktplatz, hatten sich das Dach entzündet. Bereits bei Eintreffen der Feuerwehr war der Brand außer Kontrolle. Rasend schnell breitete sich das Feuer unter der Dachkonstruktion aus und setzten insgesamt 300m² Dachfläche in Brand. Parallel zur umfangreichen Brandbekämpfung galt es diverse, sehr wichtige Unterlagen aus den Büros und Archiven des Amtes zu retten.

© Rüdiger Gärtner | Das Dach vom Ortsamt Billstedt brennt nach Dacharbeiten

© Rüdiger Gärtner | Das Dach vom Ortsamt Billstedt brennt nach Dacharbeiten

Am 16.09.2003 brannte es am Rauhen Haus. Auch wenn für den zutiefst städtisch gebauten Ausrückbereich der FF Billstedt-Horn etwas ungewöhnlich, brannte das Dach eines Reetdachhauses mit einer Grundfläche von 14x7m in ganzer Ausdehnung. Bei diesem Gebäude handelt es sich um das einzigste reetgedeckte Haus im Einsatzgebiet der Wehr. Trotz eines frühzeitig eingeleiteten, massiven Löschangriffs mit diversen C- und B-Rohren, sowie über zwei Wenderohre über Drehleitern, brannte das Haus bis auf die Grundmauern nieder. Glücklicherweise konnten durch den Einsatz mehrerer Atemschutztrupps diverse antike Möbel und Kunstgegenstände vor den Flammen und Löschwasser gerettet werden. Im nachhinein stellte sich heraus, dass dieses Feuer auf Brandstiftung zurückzuführen war, der Täter konnte glücklicherweise kurze Zeit später durch Polizei ermittelt und verhaftet werden.

© www.citynewstv.de | Das Rauhe Haus steht nach einer Brandstiftung in Flammen

© www.citynewstv.de | Das Rauhe Haus steht nach einer Brandstiftung in Flammen

In den Jahren 2005/2006 erhielt die Freiw. Feuerwehr Hamburg 52 Fahrzeuge vom Typ LF16 KatS , der Serie an 2. Löschfahrzeugen nach unserem Prototypen aus dem Jahr 2000. Da mittlerweile auch fast alle Freiw. Feuerwehren mit einem Fahrzeug vom Typ LF 16/12 ausgestattet waren und das Billstedt-Horner LF 16/12 aus dem Jahr 1995 somit das älteste Fahrzeug diesen Typs auf einem ersten Stellplatz war, entschied man sich dazu, der Wehr auch ein LF 16/KatS der laufenden Beschaffung zu übergeben. Somit hatte die Wehr vorerst das älteste & das neuste Löschgruppenfahrzeug auf den Stellplätzen. Das LF 16/KatS, Baujahr 2000, ging für Ausbildungszwecke an die Landesfeuerwehrschule.

© FF Billstedt-Horn | 2006 erhielt die FF Billstedt-Horn dieses Löschfahrzeug LF 16/Kats auf Mercedes-Benz Atego 1428 AF als zweites Einsatzfahrzeug

Am 04.09.2007 brach gegen 06:30 Uhr in einer Spedition in der Borsigstraße ein Feuer aus die ersten anrückenden Kräfte gaben nach ihrer Lagebeurteilung 3. Alarm. Es brannten Paletten mit Gewürzen und Tee auf einer Fläche von ca. 50 x 50 Metern im mittleren Bereich einer ca. 100 x 120 Meter großen Halle. Nach kurzer Zeit griff das Feuer auf angrenzende Gebäudeteile über, um 7:34 Uhr wurde die Alarmstufe auf 5. Alarm erhöht und ein weiteres Kräftekontingent, u.a. dem FF Billstedt-Horn, zur Einsatzstelle alarmiert. Die schwierige Brandbekämpfung wurde über 11 C-Rohre im Innenangriff sowie diverse B-Rohre und verschiedene Rohre über Drehleitern vorgetragen. 2 Mitarbeiter des betroffenen Unternehmens erlitten Rauchgasvergiftungen und wurden in ein Krankenhaus befördert, ebenso wurden 2 Feuerwehrangehörige leicht verletzt.

© Frank Bründel | Die Lagerräume einer Lagerhalle, gefüllt mit Gewürzen und Tee, brennen in der Borsigstraße

© Frank Bründel | Die Lagerräume einer Lagerhalle, gefüllt mit Gewürzen und Tee, brennen in der Borsigstraße

We are using cookies to provide statistics that help us give you the best experience of our site. You can find out more or switch them off if you prefer. However, by continuing to use the site without changing settings, you are agreeing to our use of cookies.