Wie wird eigentlich eine Freiwillige Feuerwehr in Hamburg alarmiert? Was passiert wenn ich einen Notruf absetze?

...wir möchten euch Florian vorstellen, Florian wohnt in Hamburg Horn. Da Florian im Schichtdienst arbeitet, kommt er oft erst spät nach Hause. Als er eines Dienstagsabends gegen 22:30 Uhr mit seinem Auto nach Hause fährt, sieht er Feuerschein in einem Haus an der Legienstraße. Ohne lange zu überlegen hält er an, nimmt sein Telefon und wählt die 112.

Sofort reagiert ein Disponent der Rettungsleistelle der Feuerwehr Hamburg und nimmt den Anruf entgegen: „Notruf, Feuerwehr und Rettungsdienst in Hamburg. Wo ist der Unfallort?“, „Hallo hier ist Florian, in der Legienstraße 130 in Hamburg Horn.“, der Disponent fragt weiter; „Was ist dort geschehen?“, Florian antwortet „Ich sehe Feuerschein und Rauch aus einem Einfamilienhaus.“, „Können sie sagen ob und wie viele Menschen in Gefahr sind?“ fragt der Disponent, „Ich weiß nicht ob jemand zu Hause ist, weiß aber das dort eine drei köpfige Familie wohnt!“, antwortet Florian weiter, da er die Familie von einem Straßenfest kennt. Der Disponent fragt weiter: „Welche Gebäudeteile sind betroffen?“, Florian antwortet „Im Moment das Erdgeschoss.“, „Gut warten sie bitte kurz.“

Während der Disponent mit Florian telefonierte, tippte er bereits am Computer die erhaltenen Informationen in sein System ein, da von Menschenleben in Gefahr ausgegangen werden musste, entschied sich der Disponent für die Schadensart Feuer, Menschenleben in Gefahr, oder kurz im Feuerwehrjargon FEUY.

Der Disponent hat keine weiteren Fragen an Florian und sagt ihm daher: „Vielen Dank für ihre Meldung, bitte bleiben sie vor Ort und warten auf die Einsatzkräfte!“

Noch während der Disponent diese Worte am Telefon spricht alarmiert er per Tastendruck eine Löschgruppe der Berufsfeuerwehr, einen Rettungswagen , ein Notarzteinsatzfahrzeug, einen Einsatzführungsdienst und die Freiwillige Feuerwehr Billstedt-Horn, außerdem fordert er bei der Polizei einen Streifenwagen an.

Während die Löschgruppe  und der Rettungswagen per Wachalarm alarmiert werden, das heißt es ertönt ein Gong und die alarmierten Fahrzeuge sowie die Schadensart werden per Durchsage mitgeteilt, werden das Notarzteinsatzfahrzeug, der Einsatzführungsdienst und die Freiwillige Feuerwehr per Digitalem Meldeempfänger (DME) alarmiert. Diese DMEs geben eine laute Pieptonfolge von sich, die alarmierten Kräfte erhalten Informationen wie Adresse, Uhrzeit, Schadensart und welche Kräfte noch alarmiert wurden.

Die Freiwillige Feuerwehr Billstedt-Horn, war gerade von ihrem Monatlichen Übungsdienst zur Wache zurück gekehrt, innerhalb einer Minute war sie daher mit ihrem Hamburger Löschfahrzeug (HLF) Billstedt-Horn 1 und dem  Löschfahrzeug-Katastrophenschutz (LF Kats) Billstedt-Horn 2 ausgerückt und unterwegs zum Einsatzort.

Kurze Zeit später hatten sie die nur einen Kilometer entfernten Einsatzort erreicht und waren somit die ersten Kräfte vor Ort. Der Wehrführer stieg aus und Florian meldete sich sofort bei ihm, dieser sagte: „Die drei sind alle zu Hause und haben sich in ihr Badezimmer zurückgezogen, sonst ist niemand im Haus. Das Fenster ist offen sie können um die Ecke mit ihnen reden.“, doch noch bevor der Wehrführer dies tut, gibt er über Funk eine Rückmeldung an seinen Maschinisten damit dieser sie an die Feuerwehrleitstelle weiter melden könne: „ Rückmeldung von der Einsatzstelle, Feuer im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss eines Einfamilienhaus, drei Personen im Gebäude, keine Person vermisst, Erhöhung auf FEU2Y, Menschenrettung wird eingeleitet.“, nachdem der Maschinist die Meldung wiederholte, gab er sie an die Leitstelle weiter, auch die anderen alarmierten Kräfte konnten die Rückmeldung hören und sich auf die Situation einrichten.

Der Disponent, alarmierte folglich nach für FEU2Y – also ein Feuer, zweite Alarmstufe, mit Menschenleben in Gefahr, es wird also noch eine Wache der Berufsfeuerwehr und eine weiter Freiwillige Feuerwehr alarmiert – kurze Zeit später klingelten auch die DMEs einer weiteren benachbarten Freiwilligen Feuerwehr und auf einer weiteren Feuer- und Rettungswache ertönt der Alarmgong.

Kurze Zeit nach der ersten Rückmeldung trafen die im ersten Alarmgang alarmierten weiteren Kräfte auch ein.

Einer der eingetroffen Polizisten nahm die Personalien von Florian auf, falls es noch Rückfragen geben sollte, bedankte sich bei ihm dafür das er ganz richtig den Notruf abgesetzt hatte und ließ ihn nach Hause fahren.

Noch während Florian nach Hause fuhr kamen ihm weitere drei Fahrzeuge der Feuerwehr mit Blaulicht und Martinshorn entgegen, er dachte sich: So viele Leute die alle kommen um anderen Menschen zu helfen und sich dabei selber in Gefahr bringen. Einige von ihnen machen das sogar ehrenamtlich ohne eine Gegenleistung zu bekommen oder zu verlangen. Toll das es so etwas noch gibt!

Während Florian bei sich zu Hause eintraf, retteten die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr vereint die Familie aus dem brennenden Haus, der Rettungsdienst übernahm jedes einzelne Familienmitglied und checkte jeden noch vor Ort gründlich durch. Zur Sicherheit wurden alle drei in nahegelegene Krankenhäuser gebracht, die Feuerwehrkräfte löschten das Feuer und übergaben die Einsatzstelle nach einer Stunde Einsatzdauer insgesamt an die Polizei, diese muss nun herausfinden was das Feuer ausgelöst hatte. Später wird sich herausstellen, dass ein defektes Elektrogerät in der Küche den Brand verursacht hatte.

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